Ein Gespür für den Verlust. Soziale Arbeit, Digitalisierung und die Frage nach dem Subjekt
Prof. Dr. Hartmut Reinke
- ISBN Print
- 9783948773311
- ISBN E-Book
- 978-3-948773-34-2
- Erscheinungsjahr
- 2026
- Seitenzahl
- 340
- 24.90 €
- E-Book
- 9,90 €
Dieses Buch beginnt nicht mit einer These, sondern mit einem Gespür.
Ein Gespür dafür, dass sich etwas verschiebt – nicht nur auf der Ebene von Technologie und Daten, sondern in einer tieferen Schicht unseres Verhältnisses zu uns selbst und zur Welt. Shoshana Zuboff hat es benannt: „Wenn wir die Demokratie in den kommenden Jahrzehnten erneuern wollen, brauchen wir das Gefühl der Entrüstung, ein Gespür für den Verlust dessen, was man uns da nimmt.“ Hartmut Reinke liest diesen Satz – und fängt Feuer.
Was entsteht, ist ein Essay: persönlich, suchend, intellektuell ehrlich. Kein Forschungsbericht, keine geschlossene Theoriearbeit – sondern der dokumentierte Versuch, eine diffuse, aber drängende Erfahrung so weit zu klären, dass sie diskutierbar wird. Der Autor, seit über dreißig Jahren Sozialarbeiter und Hochschulprofessor für Soziale Arbeit, fragt: Wie verändert die Digitalisierung das Selbstverständnis dieser Profession? Und was geht verloren, wenn wir es nicht merken – oder nicht merken wollen?
Das Zuboff-Zitat wird zur strukturierenden Folie des Buches. Vier Kategorien destilliert Reinke daraus: das Gespür für den Verlust, die innere Erfahrung des Willens, die öffentlichen Räume des Handelns, die Menschlichkeit als normative Forderung. Im ersten Teil – Vor-Feld – entfaltet er diese Kategorien im Gespräch mit Denkern wie René Girard, Peter Thiel und Douglas Rushkoff, mit Transhumanismus und Silicon-Valley-Ideologie, mit Bernays, Mausfeld und der Frage, wem unsere Angst nützt. Im zweiten Teil – Im Feld – kommen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter selbst zu Wort: Was erleben sie, wenn das Digitale ihren Alltag durchdringt? Im dritten Teil – Feld-Ernte – werden konkrete Konsequenzen für die Hochschullehre gezogen: Sozialinformatik, Erlebnispädagogik, ein Plädoyer für Bildung als Schlüssel des Menschen zu sich selbst.
Das Buch spricht alle an, die nicht gleichgültig bleiben wollen gegenüber dem, was da gerade mit uns geschieht – und die von der Sozialen Arbeit erwarten, dass sie sich nicht damit abfindet, Menschen lediglich maschinenkompatibel zu machen.
Prof. Dr. Hartmut Reinke lehrt Sozialmanagement und Berufspädagogik an der FOM Hochschule in Bremen.
